Die Scherbenbucht liegt zwischen dem Stürmischen und dem Grünen Arm.
Ihren heutigen Namen verdankt sie ihrer charakteristischen Form.Unzählige Inseln, spitze Felsformationen und zum Meer gerichtete Gebirgszüge durchziehen die Bucht wie zerborstene Splitter. Das Bild der zersplitterten Landschaft setzte sich so stark in der Wahrnehmung der Reisenden fest, dass sich sowohl der Name der Region als auch der Name ihrer größten Stadt, Splitter, nach der Abschaffung der Sklaverei schnell verbreiteten.
Splitter ist bis heute die einzige größere Stadt der Region und gilt auch als Regionshauptstadt.
Vor rund achthundert Jahren war die Region unter dem Namen Sklavenbucht noch bekannt. Zu jener Zeit florierte hier der Sklavenhandel, und die Stadt Splitter war unter dem Namen Sklaventurm berüchtigt. Der Ursprung dieses Namens geht auf einen massiven, breiten Turm im Stadtzentrum zurück, der zur damaligen Zeit als Unterbringung und Sammelstelle für Sklaven diente. Heute wird er generell kaum noch genutzt aufgrund seines hohen Alters und seinem langsamen Zerfall.
In den Jahrhunderten vor dem großen Eroberungskrieg herrschten verschiedene rivalisierende Adelshäuser über die Region. Ihre wechselnden Machtansprüche führten zu ständiger Instabilität und verhinderten die Bildung eines Reiches oder eines autarken Herrschaftsgebiets. Dieser Zustand endete vor rund sechshundert Jahren in der sogenannten Feuernacht. Während dieses Ereignisses brannten die Anwesen der Adeligen, und die verhassten streitenden Herrscher wurden von der aufgebrachten Bevölkerung aus der Stadt vertrieben.
In der Zeit zwischen der Feuernacht und dem Eroberungskrieg wurde die Stadt von den einflussreichsten Bürgern verwaltet. In dieser Phase gelang es, das jahrhundertelang bestehende Piratenproblem auf den Inseln in der Bucht einzudämmen. Neue Handelsbündnisse wurden geschlossen, und mehrere sichere Seerouten durch die Bucht konnten eingerichtet werden, was Splitter den Handel mit weiter entfernten Städten ermöglichte.
Die Region ist klimatisch begünstigt. Die warme Luft und das angenehme Wetter sorgen dafür, dass auf den sandigen Inseln der Scherbenbucht vor allem Palmen mit den beliebten Kokosnüsse wachsen. Noch heute prägen diese kleinen Inseln das Bild der Bucht. In der Zeit vor der Reichsgründung dienten sie zahlreichen Piraten als Versteck und Rückzugsort. Nach dem Zusammenschluss der Regionen zum Reich der Marbrands verschwand das Piratentum jedoch vollständig, und es entstanden erste Siedlungen auf den Inseln. Diese wachsen bis heute weiter und tragen zur zunehmenden Stabilisierung und Besiedelung der Region bei. Immer wieder stoßen neue Siedler auf jahrhundertealte, versteckte Piratenschätze.